Praxis Dr. med. Wolfgang Dietrich, Leopoldstr. 151a, 80804 München

Aktuelles

Neue Regelungen zum Datenschutz

Große internationale Konzerne bedienen sich liberal Ihrer persönlichen Daten, verarbeiten sie und geben sie weiter. Wenn Sie möchten, dass z.B. Ihr Smartphone normal funktioniert, sind Sie praktisch gezwungen, allen Berechtigungen zuzustimmen, die das Betriebssystem und die verwendeten Apps haben wollen (hier ein interessanter Artikel dazu). Während immer strengere und detailliertere Datenschutzregeln, wie die seit dem 25.5.2018 geltende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) damit nur einen fraglichen Einfluss auf diejenigen haben, die die meisten Daten von uns besitzen, erzeugen sie für normale Betriebe beträchtlichen Aufwand. Verstöße gegen die DSGVO können hohe Strafen nach sich ziehen.
Die Informationen der Praxis finden Sie hier (Erklärung zum Datenschutz und Informationen nach Datenschutzgrundverordnung), außerdem können Sie sie in der Praxis einsehen.

Wenn Sie eine Versicherung abschließen, die von Ihnen verlangt, Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden, beachten Sie bitte folgendes: Pauschale Schweigepflichtentbindungen sind für Ärzte nicht ausreichend, um Gesundheitsdaten an Versicherungen weiter zu geben. Eine gültige Schweigepflichtentbindung muss auf den Arzt persönlich ausgestellt sein, sich auf den konkreten Anlass beziehen, den Umfang der Entbindung von der Schweigepflicht benennen und dem Arzt im Original vorliegen.

Versicherungen haben traditionell eine sehr eigene Sichtweise darauf, welche Daten sie beanspruchen möchten und machen es sich oft einfach: Sie bieten dem Arzt eine geringe Pauschale für einen kompletten Karteikartenausdruck (!), die sich erhöht, wenn die Bearbeitung schnell erfolgt. Dass das nicht erlaubt ist, schon gar nicht ohne persönliche Schweigepflichtentbindung, sollte eigentlich klar sein, erst recht nach der neuen Rechtslage. Die Württembergische Lebensversicherung AG sorgte aktuell für ein besonders anschauliches Beispiel, wie man es nicht machen sollte.

Leider sind Sie als Versicherungskunde oft in einer ähnlichen Situation wie der Smartphone-Benutzer, der möchte, dass seine Navigations-App funktioniert: Wenn Sie eine Lebensversicherung benötigen, um einen Kredit abzusichern, müssen Sie alles unterschreiben, was die Versicherung unterschrieben haben möchte. Daran ändert auch die DSGVO nichts.

Versicherungskunden können so aber immerhin Hinweise darauf bekommen, wie ihr Versicherungsanbieter arbeitet.

 

Versicherungskarten und -nachweise

Die gesetzliche Krankenversicherung arbeitet nach dem Sachleistungsprinzip. D.h. die Versicherten erhalten alle Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse, ohne dafür bezahlen zu müssen, mit Ausnahme der, ebenfalls gesetzlich geregelten, Zuzahlungen (z.B. 10% und maximal 10 Euro bei Medikamenten pro Verordnung). Die so genannten Leistungserbringer, also z.B. Ärzte, Apotheker, Physiotherapeuten rechnen nicht mit den Patienten, sondern mit den Krankenkassen ab.

Nun benötigen alle Ärzte, die Behandlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen, d.h. Vertragsärzte oder so genannte Kassenärzte, zur Abrechnung der ärztlichen Leistungen mit den Krankenkassen einen Versicherungsnachweis. Dieser Versicherungsnachweis ist die elektronische Gesundheitskarte (eGK), die Patienten vor Beginn der Behandlung in den Kassenarztpraxen vorlegen müssen. Im Ausnahmefall, z.B. bei Versicherungswechsel, kann die Vorlage der eGK durch einen anderen, schriftlichen Nachweis der Krankenkassenmitgliedschaft ersetzt werden (so genannte „Ersatzbescheinigung“).

Die Krankenkassen stellen diese Ersatzbescheinigungen regelhaft nur den Patienten selbst aus, und nicht etwa den Praxen, die gerade einen Patienten behandeln wollen, der seine eGK nicht dabei hat. Die Praxis hat damit keinen Versicherungsnachweis. Ohne diesen ist es nicht zulässig, die in der gesetzlichen Krankenkasse vorgeschriebenen Formulare auszustellen (z.B. Kassenrezept, Heilmittelverordnungen, Überweisungen, Labor, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen usw.).

Es wird daher dringend darum gebeten, dass Sie Ihre Krankenversichertenkarte zu jedem Praxisbesuch mitbringen.

Patienten, die in der Praxis nicht vorbekannt sind und ohne Versicherungsnachweis erscheinen, können nur als Privatpatienten behandelt werden.

Auch Patienten, die uns als Kassenpatienten bekannt sind, können keine Kassenformulare, sondern nur Privatrezepte ausgestellt werden. Das wird erfahrungsgemäß von den Versicherten nicht gewünscht.

Die Krankenversichertenkarte der gesetzlichen Krankenversicherung ist ein wertvolles Dokument: Sie berechtigt Sie,

– von jedem Kassenarzt behandelt zu werden, ohne von diesem eine Rechnung zu bekommen
– mit geringer Zuzahlung jedes noch so teure auf Kassenrezept verordnete Medikament in der Apotheke zu erhalten
– mit geringer Zuzahlung zur Krankenhausbehandlung usw. usw.

und ist damit „mehr wert“ als die meisten Kredit- und Bankkarten.

Behandeln Sie Ihre Versichertenkarte also bitte ebenso sorgfältig wie Ihre Bank- oder Kreditkarte. Seien Sie sich auch des Wertes von in Arztpraxen ausgestellten Rezepten bewusst, behandeln Sie diese wie Bargeld, bis sie eingelöst sind.

Wechsel der Krankenversicherung

Viele Versicherte wissen nicht, dass sie die gesetzlichen Krankenkasse problemlos wechseln können. In der Regel müssen nur gewisse Kündigungsfristen eingehalten werden, und die neu gewählte Krankenkasse ist bei den Formalitäten behilflich.

Anders als private Krankenkassen, die die Aufnahme von Patienten faktisch ablehnen können, ist auch bei Patienten mit chronischen Krankheiten, die aufwendig versorgt werden müssen, ein Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung jederzeit möglich. Im Gegenteil, durch die gesetzlichen Regelungen zum Finanzausgleich zwischen den Kassen können chronisch kranke Patienten für die gesetzliche Krankenkasse sogar ein „gutes Geschäft“ sein, da sie u.U. dafür erhebliche Ausgleichszahlungen erhält.

Wenn Sie also, aus welchem Grund auch immer, mit Ihrer Krankenkasse unzufrieden sind, zögern Sie nicht, sich zu informieren, z.B. bei der Verbraucherzentrale.

In einer ruhigen Minute können Sie auch gern uns fragen. Arztpraxen machen mit Krankenkassen verschiedenste Erfahrungen. Wir nehmen hier kein Blatt vor den Mund.

Operationsvorbereitungen

Selbstverständlich führen wir auch die vor Operationen erforderlichen Untersuchungen durch. Dabei sind jedoch einige Dinge zu beachten, die den Patienten von den Krankenhäusern oft nicht oder nur missverständlich mitgeteilt werden (das Folgende gilt nur für gesetzlich Versicherte):

Hausärzte führen die Operationsvorbereitung für ambulante oder belegärztliche Operationen durch. Der Operateur muss dabei die Operations- bzw. Narkosevorbereitung ausdrücklich beim Hausarzt anfordern, auf einem Überweisungsschein.

Operationen, für die Sie stationär oder tagesstationär aufgenommen werden, müssen durch das Krankenhaus vorbereitet werden (in diesem Fall benötigen Sie für das Krankenhaus einen Einweisungsschein, der vom Hausarzt oder von einem Facharzt ausgestellt ist). Der Hausarzt gibt Ihnen, wenn erforderlich, bereits vorhandene Befunde mit, führt jedoch nicht extra für das Krankenhaus zusätzliche Untersuchungen wie Labor oder EKG durch. Letzteres ist Aufgabe des Krankenhauses. Die Abrechnung einer Operationsvorbereitung zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse ist dem Hausarzt für stationäre Aufenthalte nicht erlaubt!

Zur organisatorischen Vereinfachung können Sie dieses Informationsblatt [61 kB] zum ersten Termin beim Operateur bzw. im Krankenhaus mitnehmen und ausfüllen lassen. Bitte bringen Sie es ausgefüllt und zusammen mit allen Unterlagen des Operateurs mit, wenn Sie bei uns zur Operationsvorbereitung erscheinen.

Von niedergelassenen Ärzten, die Sie ambulant oder belegärztlich operieren wollen, lassen Sie sich bitte einen Überweisungsschein ausstellen, auf dem dieser die Narkosevorbereitung beim Hausarzt anfordert.

Wenn für uns aus den mitgebrachten Unterlagen nicht eindeutig ersichtlich ist, dass die Narkosevorbereitung zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse abzurechnen ist, muss die Untersuchung privat in Rechnung gestellt werden.

Ähnliches gilt übrigens für Laboruntersuchungen: Sollen wir für andere Ärzte Labor machen, das über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet, benötigen Sie dafür einen Überweisungsschein des anfordernden Arztes (in diesem Fall eine so genannte Laborüberweisung, s.a. dieses Informationsblatt [58 kB]).

 

 

Info-Broschüren zu Hausarztprogrammen

Hausarztprogramme

Die meisten Krankenkassen bieten ihren Versicherten eine Teilnahme an der Hausarzt-zentrierten Versorgung (HzV) an. Die Hausarzt-zentrierte Versorgung ist von Vorteil für Ihren Hausarzt und bietet bei den meisten Kassen auch Vorteile für die Patienten (z.B. erweitertes Labor bei Vorsorgeuntersuchungen). Patienten, die an der Hausarzt-zentrierten Versorgung teilnehmen, verpflichten sich dazu, Fachärzte nicht ohne Überweisung des Hausarztes aufzusuchen (Ausnahme: Frauenarzt, Augenarzt, Kinderarzt, Notfälle).

Hausärzte erhalten ein festes Honorar ohne Mengenbegrenzung für die Behandlung von in der HzV eingeschriebenen Patienten und sind vor Medikamentenregressen geschützt. Weitere Informationen dazu erhalten Sie in der Praxis.