Praxis Dr. med. Wolfgang Dietrich, Leopoldstr. 151a, 80804 München

Diabetessprechstunde

Unsere Diabetesbehandlung berücksichtigt alle Aspekte des Diabetes mellitus, einschließlich der Diabetes-spezifischen Verlaufskontrollen und Vorsorgeuntersuchungen. Die Praxis ist diabetologische Schwerpunktpraxis (KV Bayerns) für Typ-1- und Typ-2- Diabetes, für Insulinpumpenbehandlung und für die Behandlung Schwangerer mit Diabetes. Selbstverständlich behandeln und schulen wir auch Patienten, die keinen Typ-1- oder Typ-2-Diabetes haben, sondern eine der selteneren Diabetesformen, z.B. nach Entzündungen oder Operationen der Bauchspeicheldrüse.

Insbesondere bieten wir in der Praxis an

– Einzelberatungen bei Diabetes und anderen ernährungsbedingten Erkrankungen
– Schulungen bei Typ-2- und Typ-1-Diabetes
– Schulungen bei Bluthochdruck
– Neueinstellung auf Medikamente und/oder Insulin, inklusive Insulinpumpe
– Akutbehandlung bei Stoffwechselentgleisungen, inklusive Neueinstellung auf Insulin bei neu erkanntem insulinpflichtigem Diabetes

Patienten der gesetzlichen Krankenversicherungen können über die Praxis an den „Disease-Management-Programmen“ (DMP) für Typ-1- und Typ-2-Diabetes teilnehmen (z.B. curaplan der AOK, TK-plus der Techniker KK usw).

Schematische Darstellung der Wirkung von Insulin

Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2

Diabetes mellitus, oder Zuckerkrankheit, führt zu erhöhten Zuckerwerten im Blut, damit verbunden Symptomen wie häufiges Wasserlassen und Durst, und Folgeerkrankungen wie z.B. der diabetischen Netzhautschädigung (Retinopathie) oder Nierenschädigung (Nephropathie). Die erhöhten Blutzuckerwerte werden durch unterschiedliche Stoffwechselmechanismen verursacht. Dementsprechend unterscheidet man verschiedene Diabetestypen:

Die erste Form des Diabetes, der Typ-1-Diabetes, wird durch einen Verlust der Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse verursacht. Diese so genannten Inselzellen werden durch eine in der Frühkindheit beginnende Autoimmunerkrankung nach und nach zerstört. Zum Ausbruch des Diabetes kommt es in der Regel in der Kindheit oder im Jugendalter, meist vor dem 30. Lebensjahr. Der Typ-1-Diabetes kann aber auch erst später, prinzipiell in jedem Lebensalter, auftreten. Da es sich beim Typ-1-Diabetes um einen Insulinmangel-Diabetes handelt, muss er grundsätzlich mit Insulin behandelt werden.

Die weit überwiegende Anzahl der Diabetiker leidet am Typ-2-Diabetes. Im Unterschied zum Typ-1-Diabetes ist der Typ-2-Diabetes eine erbliche Stoffwechselerkrankung, die über eine verminderte Insulinwirkung an den Körperzellen (so genannte Insulinresistenz), und über eine zusätzlich fehlerhaft verlaufende Insulinausschüttung der Inselzellen zu erhöhten Zuckerwerten führt. In vielen Fällen ist der Typ-2-Diabetes vergesellschaftet mit Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Beim Typ-2-Diabetes können zur Behandlung auch Tabletten eingesetzt werden.

Darüber hinaus gibt es verschiedene weitere Diabetes-Typen, beispielsweise bei Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder in der Schwangerschaft. Sie sind aber weit weniger häufig als der Typ-1- und Typ-2- Diabetes.

Untersuchungen bei Diabetes

  • Blutuntersuchungen: Zur regelmäßigen Kontrolle des Stoffwechsels gehören Untersuchungen des HbA1c, der Blutfettwerte, der Nierenwerte, und je nach Bedarf auch anderer Laborwerte wie Leberwerte, Blutbild, Entzündungswerte.
  • Urinuntersuchungen: Regelmäßig sollte der Urin mit dem Urinstreifentest und der Untersuchung auf Eiweiß (so genanntes Mikroalbumin) kontrolliert werden. Der Test dient der Früherkennung der diabetischen Nierenerkrankung.
  • Körperliche Untersuchung: Bei der körperlichen Untersuchung wird unter anderem Wert gelegt auf eine Prüfung der Sensibilität im Bereich der Füße, um eine Polyneuropathie frühzeitig erkennen zu können.
  • EKG: Ein EKG sollte der Praxis vorliegen, vor allem, wenn wir Sie auch hausärztlich als Diabetiker betreuen.
  • Belastungs-EKG: Bei einer entsprechenden Risikokonstellation werden wir Ihnen auch ein Belastungs-EKG zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Komplikationen des Diabetes wie der koronaren Herzkrankheit anbieten.
  • Langzeit-Blutdruckmessung: Die Langzeit-Blutdruckmessung eignet sich zur Verlaufskontrolle und Überprüfung der Blutdruckeinstellung, in unklaren Fällen auch zur Überprüfung, ob ein Bluthochdruck vorliegt.
  • Augenuntersuchung: Regelmäßige Untersuchungen zur Früherkennung der diabetischen Netzhautschädigung sind für alle Patienten mit Diabetes empfohlen, in der Regel, bei gesunden Augen, in jährlichen Abständen. Für die Untersuchung überweisen wir Sie zum Augenarzt.

Behandlung des Diabetes
Zur Behandlung des Diabetes stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die aber zum Teil nicht für alle Diabetes-Typen in Frage kommen. So ist es z.B. nicht sinnvoll und sogar kontraindiziert, Typ-1-Diabetiker odere schwangere Diabetikerinnen mit Tabletten zu behandeln. Die Auswahl der richtigen Behandlung für jeden einzelnen Patienten orientiert sich darüber hinaus auch an der individuellen Situation, also z.B. den Lebens- und Essgewohnheiten und eventuellen Arzneiunverträglichkeiten.

Ernährung
Die Grundlage der Diabetestherapie für alle Patienten ist eine gesunde Ernährung. Während bei normalgewichtigen Typ-1-Diabetikern in etwa Ernährungsempfehlungen wie auch für Gesunde gelten, müssen bei der Ernährung beim Typ-2-Diabetiker unter Umständen Faktoren wie Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck mit berücksichtigt werden.

Körperliche Aktivität
Bewegung verbessert die Diabeteseinstellung bei allen Patienten mit Diabetes. Für Typ-2-Diabetiker lässt sich durch regelmäßige körperliche Bewegung zusätzlich eine Verbesserung des Blutdrucks und der Fettstoffwechselstörung erreichen, sie erleichtert auch die Gewichtsabnahme, die sich ebenfalls positiv auf den Diabetes und alle Begleiterkrankungen auswirkt.

Tabletten
Die Therapie mit Tabletten (so genannten oralen Antidiabetika) ist Patienten mit Typ-2-Diabetes vorbehalten. Falls durch Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme und körperliche Aktivität keine befriedigende Diabeteseinstellung erreicht werden kann, kann mit verschiedenen oralen Antidiabetika die Zuckeraufnahme aus dem Darm gehemmt, die Empfindlichkeit des Körpers für das körpereigene Insulin gesteigert, die Zuckerausscheidung mit dem Urin erhöht, oder die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse verstärkt werden.

Insulin
Die Insulintherapie ist die Standardtherapie für Typ-1-Diabetiker und für schwangere Patientinnen, deren Diabetes durch eine entsprechende Ernährung nicht ausreichend behandelt werden kann. Zusätzlich muss bei vielen Typ-2-Diabetikern, deren Diabetes durch Tabletten nicht befriedigend einzustellen ist, Insulin gegeben werden. Man kann verschiedene Arten der Insulintherapie unterscheiden:
– Kombinationstherapie: Kombination einer Insulintherapie mit Tabletten, z.B. als ein- oder zweimal tägliche Insulingabe zusätzlich zu den oralen Antidiabetika.
– Konventionelle Insulintherapie: Meist zweimal tägliche Gabe von Mischinsulin (kurz- und langwirksames Insulin in einer Mischampulle).
– Intensivierte Insulintherapie: Auftrennung von lang- und kurzwirksamem Insulin. Das langwirksame Insulin wird ein- oder zweimal täglich mahlzeitenunabhängig gegeben, zur Regulierung des Blutzuckers im nüchtern-Zustand. Das kurzwirksame Insulin wird zu den Mahlzeiten gegeben. Die intensivierte Insulintherapie ist Standard-Therapie für Typ-1-Diabetiker.
– Insulinpumpen-Therapie: Über eine Insulinpumpe wird ständig Insulin über ein Infusionssystem ins Unterhautgewebe zugeführt, bei Mahlzeiten werden zusätzliche Insulingaben abgerufen. Mit der Insulinpumpe kann der basale Insulinbedarf, d.h. der Insulinbedarf im nüchtern-Zustand, sehr genau gedeckt werden. Wegen des bereits liegenden Infusionssystems sind für die Insulingaben zu den Mahlzeiten keine Injektionen notwendig.

Die Entscheidung, welche Diabetes-Therapie jeweils die Richtige ist, muss vom Diabetesarzt zusammen mit dem Patienten getroffen werden. Gerade beim Diabetes gibt es nicht nur große individuelle Unterschiede zwischen den einzelnen Patienten, sondern auch eine Vielzahl verschiedener Therapiemöglichkeiten, die berücksichtigt werden müssen.