Diphtherie

Erreger ist Corynebacterium diphtheriae, ein Stäbchenbakterium. Für die Krankheitssymptome, und die Gefährlichkeit der Erkrankung, ist das von den Bakterien gebildete Diphtherietoxin verantwortlich. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Eine Ansteckungsfähigkeit besteht, solange der Erreger beim Erkrankten nachweisbar ist, in der Regel ca. 2-4 Wochen, bei antibakterieller Behandlung nur 2-4 Tage. Im Erkrankungsfall kann der Erreger im Rachenabstrich nachgewiesen werden, das Bakterientoxin oder Antikörper dagegen im Blut. Die Diphtherie kommt weltweit vor. Die meisten Erkrankungen treten in gemäßigten Klimazonen und dort vor allem im Herbst und Winter auf. In Mitteleuropa ist die Zahl der Erkrankungen nach dem 2. Weltkrieg erheblich zurückgegangen. Häufiger ist die Diphtherie in Ländern der Dritten Welt und in den Staaten der GUS, von wo aus es in den 1990er Jahren zur Einschleppung der Erkrankung nach Mitteleuropa kam.

Symptome
Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 2-5 Tage, selten bis zu 8 Tagen.
Bei Diphtherie-Erkrankungen in gemäßigten Klimazonen sind überwiegend die Atemwege betroffen, besonders die Rachenregion, es können auch die Schleimhäute des Kehlkopfes, der Luftröhre oder der Bronchien, oder der Nase befallen werden. Die Krankheit beginnt meist allmählich mit Halsschmerzen, Temperaturen bis zu 39 °C, Schluckbeschwerden. Es entstehen grau-weiße Beläge im Rachen und ein charakteristischer süßlicher Geruch. Später kommt es zu Heiserkeit, Atemnot, Gaumensegellähmungen, Lymphknotenschwellungen. Durch die Schwellung im Bereich des Halses kann es zu einer Verlegung der Atemwege und zum Ersticken kommen. Ernste Komplikationen der Diphtherie wie Myokarditis (Herzmuskelentzündung), Polyneuritis (Nervenentzündung), Enzephalitis (Hirnentzündung) und Nierenversagen werden durch das Bakterientoxin verursacht und können noch Wochen nach der akuten Erkrankung auftreten. Die Letalität der Diphtherie liegt heute bei 5-10 %, unter ungünstigen Verhältnissen steigt sie bis zu 25 %.

Therapie
Die Behandlung erfolgt so früh wie möglich mit Antibiotika und ggf. mit einem Antiserum gegen das Diphtherietoxin.

Vorbeugung – Impfung
Die beste Vorbeugung ist die Impfung gegen das Bakterientoxin. Die erzeugte Immunität verhindert Erkrankungen weitgehend, nicht aber eine Infektion oder Kolonisation, so dass auch unter Geimpften Keimträger vorkommen können.

Entsprechend den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut sollten alle Personen ohne ausreichenden Impfschutz (d. h. bei fehlender oder unvollständiger Grundimmunisierung oder wenn die letzte Auffrischimpfung länger als 10 Jahre zurückliegt) gegen Diphtherie geimpft werden. Normalerweise wird die Grundimmunisierung bei allen Kindern im Säuglingsalter nach dem 2. Lebensmonat begonnen, zusammen mit der Immunisierung gegen andere Erkrankungen.
Die Impfung gegen Diphtherie sollte in der Regel in Kombination mit der gegen Tetanus durchgeführt werden.

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