Praxis Dr. med. Wolfgang Dietrich, Leopoldstr. 151a, 80804 München

Grippe

Die Grippe wird durch Influenza-Viren verursacht, von denen es 3 Gruppen gibt (Influenza A, B und C). Sie muss unterschieden werden von den sogenannten „grippalen Infekten“, deren Erreger auch in der Regel Viren sind, die sich im Verlauf und in der Symptomatik aber deutlich von der echten Virusgrippe unterscheiden. Grippeviren schädigen durch die Infektion die Schleimhaut der Atemwege und machen sie deshalb, zusätzlich zur Infektion mit dem Influenza-Virus, anfällig für Infektionen mit anderen, v.a. bakteriellen Erregern.

Die Virusgrippe kommt weltweit vor, Erkrankungen treten sporadisch, als regional begrenzte, oder als weltweite Epidemien auf. Besonders die letzteren Epidemien, sogenannte Pandemien, sind gefürchtet, da es hierbei zu einer großen Zahl von an Grippe Erkrankten und an Grippe Versterbenden kommt. Die Ursache der Pandemien, die ca. alle 10-50 Jahre vorkommen, liegt in der Fähigkeit der Grippeviren, ihre Oberfläche ständig so zu verändern, dass eine Infektion beim Patienten keine dauerhafte Immunität hinterläßt. Influenza-Viren kommen außer beim Menschen bei anderen Säugetieren und bei Vögeln und Geflügel vor. Die Übertragung erfolgt aerogen („Tröpfcheninfektion“) durch in der Ausatmungsluft an Flüssigkeitströpfchen gebundene Erreger. Die Krankheit ist von 24 Stunden vor Beginn der Symptome und danach noch 5-7 Tage übertragbar.

Symptome
Die Erkrankung kann sehr unterschiedlich verlaufen, von leichten Infektsymptomen, wie bei anderen grippalen Infekten, bis hin zu einem schweren, tödlichen Verlauf innerhalb weniger Stunden oder Infektionen von Lunge, Herz oder Gehirn (Grippe-Pneumonie, -Myokarditis, -Enzephalitis). Typisch ist plötzlich auftretendes hohes Fieber über 39 °C und ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Schüttelfrost und Schweißausbrüchen, Muskel- und Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und trockenem Reizhusten. Die Erkrankung kann kompliziert werden durch zusätzliche Infektion der geschädigten Atemwegsschleimhäute mit verschiedenen Bakterien und nachfolgender Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung. Die Krankheit kann durch Nachweis von Virusbestandteilen im Rachenabstrich diagnostiziert werden, auch per Schnelltest. Antikörper gegen das Virus können im Blut nachgewiesen werden, allerdings mit einer für die Akutdiagnostik zu großen Zeitverzögerung.

Therapie
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und nach möglicherweise bestehenden Begleiterkrankungen. Bei leichten Erkrankungen ist eine rein symptomatische Behandlung ausreichend. Bei bakteriellen Superinfektionen können Antibiotika eingesetzt werden. Bis zu 48 Stunden nach Erkrankungsbeginn können bei schweren Verläufen und/oder hohem Risiko wegen bestehender Begleiterkrankungen spezifische, gegen das Grippevirus wirkende Medikamente verabreicht werden, deren Wirksamkeit jedoch umstritten ist.

Vorbeugung – Impfung
Die beste Maßnahme zur Vorbeugung ist die Impfung. Sie besteht aus einer einmaligen Injektion von Grippeimpfstoff, die aber wegen der ständigen Veränderung des Grippevirus jährlich wiederholt werden muss. Am besten ist es, sich im September/Oktober immunisieren zu lassen, dadurch wird für die kommende Grippesaison ein bis zu 90%iger Schutz vor den Influenzaviren erreicht. Bitte beachten Sie, dass eine Impfung gegen Influenza Sie nicht vor den zahlreichen anderen Viren schützt, die Erkältungen oder grippale Infekte verursachen. Die Grippeimpfung wird laut der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut für folgende Personengruppen empfohlen:

– Personen über 60 Jahre,
– Schwangere,
– Personen mit erhöhter Gefährdung durch andere Erkrankungen, wie chronische Krankheiten der Atmungsorgane, chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, Multiple Sklerose,
– Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten, HIV-Infektion,
– Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen,
– Personen mit erhöhter Ansteckungsgefahr, wie z. B. medizinisches Personal und Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr,
– Personen, die eine Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen sein können,

und generell für alle Personen, falls aufgrund der Daten aus anderen Ländern eine intensive Epidemie droht.

Im Falle einer Grippewelle können zur Vermeidung der Ansteckung im öffentlichen Leben übliche Vorsorgemassnahmen ergriffen werden, wie Meiden von Anhusten, Anniesen, Verzicht auf Händeschütteln, sorgfältige Handhygiene. Ungeimpfte Kontaktpersonen von an Virusgrippe Erkrankten können unter Umständen auch prophylaktisch mit den gegen das Virus wirkenden Grippemedikamenten behandelt werden, wenn ein hohes Risiko für Komplikationen vorliegt. Während der Wintermonate stellt die Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert-Koch-Institut (http://influenza.rki.de/) aktuelle Informationen zur Grippeaktivität im Internet zur Verfügung.