Keuchhusten (Pertussis)

Krankheitserreger ist Bortedella pertussis, ein Stäbchenbakterium, das über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen wird. Keimreservoir ist der Mensch. Bei einer Erkrankung kommt es zu einer Vermehrung der Keime in den Atemwegen und nachfolgend zu einer Schädigung der Atemwegsschleimhaut, die für den charakteristischen Husten der Erkrankten verantwortlich ist. Bei einer Infektion beträgt die Inkubationszeit bis zum Ausbruch der Erkrankung 7 Tage bis 3 Wochen, eine Ansteckungsgefahr besteht vom Ende der Inkubationszeit an über ca. 3 Wochen. Sie kann durch die Gabe von Antibiotika auf wenige Tage verkürzt werden.

Symptome
Die Krankheit hat einen stadienhaften Verlauf. Das erste Stadium verläuft ähnlich einem grippalen Infekt mit Krankheitsgefühl, Fieber, Schnupfen und leichten Husten. Nach 1-2 Wochen kommt es zunehmend zu Attacken von staccato-artigem Husten, bei dem ein zäher Schleim produziert wird. Bei den Hustenattacken kann es zu Luftnot und Erbrechen kommen. Sie können durch äußere Faktoren, z.B. Anstrengung, ausgelöst werden und kommen nachts gehäuft vor. Gerade bei Kindern kommt es nach den Hustenattacken zu keuchendem Luftholen, das der Erkrankung ihren Namen gegeben hat. Die Hustenattacken können über 6 Wochen anhalten, und klingen dann im Lauf der nächsten 1-3 Monate langsam ab. Keuchhusten kann bei Erwachsenen und Säuglingen und Kleinkindern untypisch verlaufen. Bei Erwachsenen ist Pertussis eine häufige Ursache für hartnäckigen Husten. Bei Säuglingen können die Hustenattacken ausbleiben, statt dessen kann es zu lebensbedrohlichen plötzlichen Atemstillständen kommen. Die Krankheit kann durch mikrobiologische Untersuchung eines Rachenabstriches diagnostiziert werden.

Therapie
Antibiotika können die Dauer der Erkrankung verkürzen, wenn sie frühzeitig eingesetzt werden. Auch bei späterem Einsatz verkürzen sie jedoch noch deutlich die Dauer der Ansteckungsfähigkeit. Unterstützende Massnahmen bestehen in der Gabe von schleimlösenden Medikamenten, reichlich Flüssigkeitszufuhr, kleinen Mahlzeiten und einer ruhigen Umgebung.

Vorbeugung – Impfung
Zur Prophylaxe ist die Impfung die Methode der Wahl. Entsprechend den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut wird die Impfung bei allen Säuglingen nach dem 2. Lebensmonats begonnen und nach Impfkalender vervollständigt. Es wird eine Auffrischimpfung im Jugendalter empfohlen. Die Immunität nach Impfung hält etwa 10 Jahre an. Eine Impfung für Erwachsene wird von der STIKO für Kontaktpersonen von Säuglingen empfohlen. Werdende Mütter sollten vor Beginn der Schwangerschaft ihren Impfschutz gegen Pertussis überprüfen lassen, Geschwister und andere Kontaktpersonen sollten spätestens 4 Wochen vor Geburt des Kindes eine Auffrischimpfung erhalten. Wurde die Mutter nicht vor der Schwangerschaft geimpft, so sollte die Auffrischimpfung in den ersten Tagen nach der Geburt des Kindes erfolgen. Weiter wurde 2009 von der STIKO beschlossen, dass alle Erwachsenen bei der nächsten fälligen Impfung gegen Wundstarrkrampf und Diphtherie (Td-Impfung) einmalig auch eine Auffrischimpfung gegen Keuchhusten erhalten sollen, d.h. als kombinierte 3-fach Impfung (TdaP-Impfung).

Für nicht ausreichend immunisierte Kontaktpersonen von an Keuchhusten Erkrankten kann eine Prophylaxe durch antibiotische Behandlung angezeigt sein, wenn sie durch andere Erkrankungen gefährdet, oder selbst Kontaktpersonen von gefährdeten Patienten oder Säuglingen oder Kleinkindern sind.

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