Praxis Dr. med. Wolfgang Dietrich, Leopoldstr. 151a, 80804 München

Meningokokken

Neisseria meningitidis, ein Bakterium, besiedelt den Nasen-Rachen-Raum von etwa 10% aller Menschen, ohne Erkrankungen zu verursachen. Es werden verschiedene Typen des Bakteriums unterschieden. Von den Meningokokken verursachte Erkrankungen verlaufen entweder als Hirnhautentzündung oder als schwere Allgemeininfektion (Sepsis), z.T. auch als Mischformen.
Der Erreger wird durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Das einzige Erregerreservoir ist der Mensch. In den westlichen Industriestaaten ist die Erkrankung saisonal gehäuft im Winter und Frühjahr und betrifft vor allem Kinder bis zum 5. Lebensjahr, kann jedoch in jedem Lebensalter vorkommen. Epidemisch tritt die Erkrankung im Meningitisgürtel der Subsaharazone und in Asien auf.

Symptome
Die Übertragung erfolgt entweder durch direkten Kontakt oder durch Tröpfcheninfektion. Nach einer Inkubationszeit von 2-10 Tagen kommt es zunächst zu unspezifischen Symptomen in den oberen Atemwegen und Krankheitsgefühl. Kurz darauf kann es zu heftigem Krankheitsgefühl, hohem Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen kommen. Bei meningitischem Verlauf folgen neurologische Symptome wie Krämpfe, Lähmungen, Bewußtseinsstörungen bis hin zum Koma, beim sog. septischen Verlauf kommt es zu einer Blutvergiftung mit den üblichen Komplikationen wie Nierenversagen und anderen Organschädigungen. Charakteristisch sind Hautausschläge und flächige Hauteinblutungen. Bei den Meningokokken-Infektionen kann sich aus völliger Gesundheit innerhalb weniger Stunden ein schweres und lebensbedrohliches Krankheitsbild entwickeln. Die Meningokokken können durch mikrobiologische Untersuchung von Körpersekreten (z.B. Blut, Nervenwasser) nachgewiesen werden.

Therapie
Die Behandlung von Meningokokkeninfektionen erfolgt unter stationären Bedingungen mit Antibiotika und entsprechenden unterstützenden Massnahmen. Eine Ansteckungsfähigkeit besteht bis 24 Stunden nach Beginn einer Antibiotikatherapie.

Vorbeugung – Impfung
Gegen bestimmte Typen der Meningokokken ist eine Impfung möglich. Sie gehört inzwischen für Kleinkinder zu den Standardimpfungen und wird weiter von der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut für alle Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten und fehlender oder funktionsuntüchtiger Milz empfohlen. Als Reiseimpfung ist die Meningokokkenimpfung für Reisende in Endemiegebiete empfohlen. Für Pilgerreisen nach Mekka ist eine mindestens 10 Tage bis längstens 3 Jahre vorher erfolgte Meningokokken-4fach-Impfung Voraussetzung für die Einreise nach Saudi-Arabien. Kontaktpersonen von an Meningokokken-Meningitis oder -Sepis Erkrankten können durch Antibiotika vor dem Ausbruch der Erkrankung geschützt werden.