Praxis Dr. med. Wolfgang Dietrich, Leopoldstr. 151a, 80804 München

Pneumokokken

Streptococcus pneumoniae, ein Bakterium, ist Erreger von Infektionen der Atemwege und Mittelohrentzündungen. Zu Infektionen prädisponiert sind kleine Kinder oder Personen über 60 Jahre, Personen mit Begleiterkrankungen wie grippalen Infekten, Schwächen des Immunsystems, fehlender Milz oder chronischen Erkrankungen wie z. B. Asthma, Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus. Gerade bei diesen Patienten können Pneumokokken-Infektionen sehr akut und lebensbedrohlich verlaufen. Der Erreger wird durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Das Erregerreservoir ist der Mensch, wobei Pneumokokken auch als normale Atemwegsflora vorkommen, ohne Krankheiten zu verursachen. Pneumokokken sind weltweit verbreitet.

Symptome
Es gibt verschiedene Verlaufsformen der Erkrankung:

Lungenentzündung: Sie beginnt mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl, Husten, Rippfellentzündung, Atemnot und kann als Komplikation die Ausschwemmung der Bakterien in den ganzen Körper (Sepsis) haben und zu einer Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis) und Abszessbildung in Organen (z.B. Gehirn) führen. Bei schwerem Verlauf kann es auch trotz sofortiger Antibiotischer Behandlung zum Tod des Patienten kommen.
Akute Mittelohrentzündung: Sie kommt vor allem bei Kleinkindern vor, ausgehend vom Ohr mit oft nachfolgend schweren Komplikationen: eitrige Gehirnhautentzündung (Meningitis) oder Thrombose der wichtigsten Hirngefäße.
Akute eitrige Gehirnhautentzündung: Sie hat eine sehr hohe Sterblichkeitsrate, mit bis zu 60-80% der Patienten, die eine solche eitrige Gehirnhautentzündung entweder als alleinige Manifestation oder im Rahmen einer an einem anderen Ort lokalisierten Pneumokokkenerkrankung bekommen (Mittelohrentzündung, Lungenentzündung).

Weiter kann es bei einer Infektion mit Pneumokokken zur Herzklappenentzündung (Endokarditis), Bauchfellentzündung (Peritonitis) und Gelenkentzündungen (Arthritis) kommen, im Rahmen schwerer Verläufe kann es zu Schädigungen von Leber und Nieren kommen. Pneumokokken können durch mikrobiologische Untersuchung von Körpersekreten (z.B. Sputum) nachgewiesen werden.

Therapie
Die Behandlung der Pneumokokkenerkrankungen erfolgt antibiotisch, sowie, je nach Erkrankung, mit entsprechenden unterstützenden Massnahmen.

Vorbeugung – Impfung
Die Impfung gegen Pneumokokken gehört inzwischen zu den Standardimpfungen bei Kleinkindern und wird von der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut für alle Personen ab dem 60. Lebensjahr empfohlen. Außerdem wird die Impfung besonders für Kinder und Erwachsene mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten (Krebs, HIV, Fehlen der Milz) und chronischen Krankheiten (Asthma, Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus) empfohlen, zusätzlich für Frühgeborene und Säuglinge und Kleinkinder mit Gedeihstörungen und neurologischen Erkrankungen.
Kinder werden nach einem anderen Impfschema geimpft als Erwachsene. Personen mit besonders hohem Risiko für Pneumokokkenerkrankungen sollen auch Auffrischimpfungen erhalten.