Praxis Dr. med. Wolfgang Dietrich, Leopoldstr. 151a, 80804 München

Tetanus

Krankheitserreger ist Clostridium tetani, ein sporenbildendes Stäbchenbakterium. Die Sporen sind besonders widerstandsfähige Dauerformen des Bakteriums und können überall im Erdreich vorkommen und dort jahrelang überleben. Für die Krankheitssymptome sind von den Bakterien gebildete Toxine verantwortlich. Tetanus kommt weltweit vor, vor allem in Entwicklungsländern mit niedriger Impfrate und schlechter medizinischer Versorgung. Dort ist auch der Tetanus der Neugeborenen verbreitet, der nach Schätzungen der WHO für bis zu einem Viertel der Kindersterblichkeit in der Dritten Welt verantwortlich ist.

Symptome
Bei einer Verletzung der Haut werden durch Verunreinigungen und Fremdkörper (z.B. Dornen) die Tetanus-Sporen unter die Haut gebracht. Auch geringfügige Verletzungen können gefährlich sein.  Tetanus ist nicht von Mensch zu Mensch ansteckend. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 3 Tage bis 3 Wochen, und kann in Ausnahmefällen zwischen einem Tag und mehreren Monaten liegen. Wenn sich der Erreger am Ort der Verletzung vermehrt und Toxine bildet, kommt es zunächst zu uncharakteristischen Beschwerden wie Mattigkeit, Kopfschmerzen und Schweißausbrüchen, später zu Krämpfen, v.a. im Bereich der Gesichts- und Körperstammmuskulatur, im weiteren Verlauf kann es zu Herzversagen und Atemlähmung kommen. Der neonatale Tetanus entsteht im Nabelbereich von Neugeborenen unzureichend immunisierter Mütter. Es kommt in der Regel in den ersten zwei Lebenswochen zur Erkrankung mit Rigidität des ganzen Körpers, Trinkschwäche und Krämpfen.

Therapie
Zur Neutralisation der Toxine wird Tetanus-Immunglobulin verabreicht. Außerdem muss die Wunde chirurgisch versorgt und ausgeschnitten werden. Eine antibiotische Behandlung kann die Tetanusbazillen als Quelle der Toxinbildung abtöten. Bei fortgeschrittenen Krankheitsfällen müssen durch intensivmedizinische Massnahmen die Atemwege freigehalten, notfalls mit künstlicher Beatmung, und weitere Komplikationen verhindert werden.

Vorbeugung – Impfung
Zur Prophylaxe ist die Impfung die Methode der Wahl. Entsprechend den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut wird die Impfung bei allen Säuglingen nach dem 2. Lebensmonats begonnen und nach Impfkalender vervollständigt. Weiter werden alle Personen mit fehlender oder unvollständiger Grundimmunisierung geimpft, oder wenn die letzte Impfung länger als 10 Jahre zurückliegt. Besonders wichtig ist ein Impfschutz für Menschen mit gestörter Hautfunktion und leicht verletzbarer Haut, z.B. bei Diabetikern, Ekzem, älteren Menschen. Die Impfung Erwachsener wird in der Regel mit der Impfung gegen Diphtherie kombiniert.

Bei nicht oder nicht ausreichend Geimpften wird im Falle einer gefährdeten Verletzung eine kombinierte Gabe von Tetanus-Immunglobulin und Tetanus-Impfstoff empfohlen.