Praxis Dr. med. Wolfgang Dietrich, Leopoldstr. 151a, 80804 München

Tollwut

Erreger der Tollwut ist ein Virus, das von Tieren übertragen wird. Hauptsächliches Erregerreservoir in Mitteleuropa sind wild lebende Tiere, besonders Füchse. In Entwicklungsländern spielen Katzen, Hunde und Affen eine Rolle bei der Übertragung des Virus, in Amerika auch Stinktiere, Waschbären und Fledermäuse. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt in der Regel durch einen Biss eines infizierten Tieres, ist aber auch durch Schleimhautkontakt mit infektiösen Köperflüssigkeiten möglich. Eine Ansteckungsfähigkeit der Tiere besteht ab ca. 1 Woche vor Auftreten der ersten Symptome.

Symptome
Nach einer Inkubationszeit von 1 Woche bis zu mehreren Monaten (in seltenen Fällen Jahren) kommt es zunächst zu uncharakteristischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Krankheitsgefühl und Missempfindungen im Bereich der Bissstelle. Im weiteren Verlauf kommt es zu Krämpfen, besonders der Schlundmuskulatur und psychischen Veränderungen wie Aggressivität. Es kann zu zunehmenden Lähmungen am ganzen Körper kommen. Später stellen sich zunehmende Bewusstseinstrübungen und Koma ein, zuletzt mit Atemlähmung. Die Tollwut, einmal zum Ausbruch gekommen, verläuft praktisch immer tödlich, dies in der Regel im Verlauf einer Woche nach dem Auftreten der ersten Symptome. Die Krankheit kann durch Nachweis des Virus in Körperflüssigkeiten, besonders Nervenwasser, und in der Hornhaut des Auges diagnostiziert werden.

Therapie
Eine infizierte Wunde muss gründlich mit Wasser und Seifenlauge ausgewaschen und mit Alkohol desinfiziert werden. Nach dem Biss kann eine aktive und passive Immunisierung gegen Tollwut erfolgen, der Tetanus-Impfschutz muss ebenfalls überprüft werden. Ist die Krankheit bereits zum Ausbruch gekommen, kann nur noch mit intensivmedizinischen Massnahmen unterstützend behandelt werden. Die Erkrankung verläuft praktisch immer tödlich.

Vorbeugung – Impfung
Eine präexpositionelle Impfung, d.h. Impfung vor einem stattgehabten Biss, wird für Personen in gefährdeten Berufen empfohlen (Tierärzte, Jäger und Forstarbeiter in Endemiegebieten, Laboratoriumsangestellte, Personen mit Kontakt zu Fledermäusen). Als Reiseimpfung kommt die Tollwutimpfung bei entsprechendem Expositionsrisiko in Frage, z.B. bei Trekkingtouren oder langen Aufenthalten in Endemiegebieten.