Praxis Dr. med. Wolfgang Dietrich, Leopoldstr. 151a, 80804 München

Typhus und Paratyphus

Typhus und Paratyphus sind bakterielle Infektionskrankheiten, Erreger sind die Stäbchenbakterien Salmonella typhi und Salmonella paratyphi. Sie werden mit dem Stuhl infizierter Personen ausgeschieden. Durch schlechte hygienische Verhältnisse kann es zu einer Verunreinigung von Nahrungsmitteln und Trinkwasser mit Fäkalien und dadurch mit den Erregern kommen. Die Übertragung erfolgt dann durch die Aufnahme von verseuchten Nahrungsmitteln oder Trinkwasser. Typhus und Paratyphus sind weit verbreitet, mit einer weltweit geschätzten Erkrankungsrate von jährlich 17 Millionen Patienten und 600.000 Todesfällen. Besonders betroffen sind Regionen mit einem geringen Hygienestandard wie Asien, Afrika, Süd- und Mittelamerika.

Symptome
Nach einer Inkubationszeit von 3-60 Tagen kommt es zu Fieber, Mattigkeit sowie rötlichen Flecken auf der Bauchhaut. Eine Verstopfung zu Beginn der Krankheit geht nach ca. einer Woche in charakteristische erbsbreiartige Durchfälle über. Darmdurchbruch und Darmblutungen können die Folge sein. Typhus ist jedoch keine ausschließliche Darmerkrankung. Das Bakterium kann sich im ganzen Körper verteilen. Es kann zu Entzündungen der Hirnhaut, des Gehirns, des Herzens und der Knochen und Gelenke kommen. Paratyphus verläuft in der Regel weniger schwer als Typhus. Die Krankheit kann durch Erregeranzüchtung aus dem Blut oder Stuhl, oder durch Antikörperbestimmungen diagnostiziert werden.

Nach Ausheilung der Erkrankung entwickeln sich einige Patienten zu dauerhaften Ausscheidern der Bakterien, und können so zur Ausbreitung der Erkrankung und der Ansteckung anderer beitragen.

Therapie
Es ist eine antibiotische Therapie der Erkrankung möglich und zur Vermeidung der Erregerausbreitung in Organe oder Hirnhäute angezeigt. Sie besteht aus einer 2wöchigen Gabe von Antibiotika. In der Regel sollten an Typhus oder Paratyphus erkrankte Personen zunächst im Krankenhaus behandelt werden, unter Beachtung strikter hygienischer Vorschriften, um eine Ausbreitung zu verhindern. Bei rechtzeitiger antibiotischer Behandlung beträgt die Sterblichkeit an Typhus weniger als 1% der Erkrankten. Dauerausscheider müssen über 4 Wochen antibiotisch behandelt werden, bei Erfolglosigkeit ist u.U. eine operative Entfernung der Gallenblase angezeigt.

Vorbeugung – Impfung
Da die Erkrankungen v.a. über Trinkwasser übertragen werden, sind hier besonders die üblichen Vorsichtsmassnahmen zur Vermeidung von Infektionen und Reisediarrhoe in gefährdeten Regionen zu beachten: Am Besten nur Gekochtes, Gebratenes und Geschältes essen. Meiden Sie Muscheln, Salate und ungeschältes Obst. Verwenden Sie zum Kochen und auch zum Zähneputzen nur Mineralwasser.

Gegen Typhus sind zwei Arten der Impfprophylaxe möglich:
Eine Schluckimpfung, bei der jeweils an den Tagen 1, 3 und 5 eine Kapsel vor dem Essen eingenommen wird. Bei dieser Art der Impfung müssen bestimmte zeitliche Abstände zu einer Malariaprophylaxe oder einer Antibiotikaeinnahme eingehalten werden. Die Impfung sollte 10 Tage vor Einreise ins Risikogebiet abgeschlossen werden.
Eine intramuskuläre Impfung, die als Einmalgabe verabreicht wird. Hierbei sind keine Abstände zu einer eventuellen Malariaprophylaxe oder Antibiotikaeinnahme einzuhalten. Die Impfung sollte 2 Wochen vor Einreise ins Risikogebiet gegeben werden.

Die Impfung wird vor Reisen in die Endemiegebiete Asiens, Südamerikas und Nordafrikas, speziell bei einfachen Lebensbedingungen, empfohlen.