Praxis Dr. med. Wolfgang Dietrich, Leopoldstr. 151a, 80804 München

Blutdruckmessung

Theoretisches

Unser Herz funktioniert als Muskelpumpe, die das Blut durch rhythmische Kontraktionen in das Gefäßsystem pumpt. Während der Kontraktion (sog. Systole) entsteht eine Druckwelle, die sich durch das Gefäßsystem ausbreitet. Der maximal entstehende Druck wird als systolischer Blutdruck bezeichnet. Zwischen den Herzkontraktionen (in der sog. Diastole) fällt der Druck im arteriellen Gefäßsystem ab, da das Blut durch die kleinen Gefäße im Kreislauf weiterfließt. Der minimale Druck zwischen den Herzkontraktionen wird als diastolischer Blutdruck bezeichnet.
Die Blutdruckwelle und der systolische und diastolische Blutdruck sind mit verschiedenen Methoden messbar. In der Arztpraxis wird üblicherweise nach der Methode nach Riva-Rocci eine aufblasbare Manschette um den Oberarm des Patienten gelegt. Die Manschette wird über den systolischen Blutdruck des Patienten aufgepumpt und dann die Luft langsam abgelassen. Befindet sich der Manschettendruck zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck des Patienten, sind die Druckwellen im Kreislaufsystem als Pochen mit dem Stethoskop hörbar. Der Manschettendruck beim ersten hörbaren Pochen gibt den systolischen Blutdruck wieder, derjenige beim letzten Pochen den diastolischen Blutdruck. Handelsübliche automatische oder halbautomatische Geräte zur Blutdruck-Selbstkontrolle messen den Blutdruck entweder ähnlich, mit einem eingebauten Mikrophon, oder, häufiger, über eine Analyse der Druckschwankungen in der Druckmanschette (sog. oszillometrische Methode). Der Blutdruck wird in mm Quecksilbersäule (mmHg) angegeben. Normale Werte für den Blutdruck sind um 120/80 mmHg, eindeutig erhöht ist der Blutdruck ab 140/90 mmHg. Niedrige Blutdruckwerte müssen nicht unbedingt einen Krankheitswert haben. Über Ihren persönlichen Blutdruck-Zielwert, falls Sie an Bluthochdruck leiden, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.

Vorbereitung
Körperliche und seelische Belastungen beeinflussen innerhalb kürzester Zeit den Blutdruck. Daher sollte die Blutdruckmessung in möglichst entspanntem Zustand durchgeführt werden. Die Größe der Blutdruckmanschette muss der jeweiligen Oberarmgröße angepasst sein. Der Arm, an dem die Messung durchgeführt wird, sollte nicht durch Kleidungsstücke eingeschnürt sein, da diese Einschnürung den Blutfluss vermindern und die Messung verfälschen kann.

Kontraindikationen
Die manuelle Blutdruckmessung und damit verbundene kurze Unterbrechung des Blutflusses ruft in der Regel keine gesundheitlichen Schäden hervor und kann unbedenklich auch wiederholt angewendet werden (siehe auch Langzeit-Blutdruckmessung).